Kompott Party

29.06.2012

KOMPOTT - Dirty Dancing-Party mit DJ Gypsy Box (mexico city / Madrid )

Tropical Balkan, Gypsy Swing, Babuschka Breaks

Immer wenn eine junge Frau eine Wassermelone sieht, fängt sie zu tanzen an. Schuld daran ist „Dirty Dancing“. In Deutschland scheint das Kinodrama um ein hässliches Mädchen, das zu einer Horde moralisch verkommener Tänzer stößt, ganze Frauengenerationen nachhaltig geprägt zu haben. Für uns Sowjetkinder bleibt die Beliebtheit von Patrick Swayze oder der Zusammenhang zwischen einer Melone und dem ersten Sex ein Rätsel, denn bei uns gab es kein Dirty Dancing. Wahrscheinlich, weil im realsozialistischen Zusammenhang alle Tänze irgendwie schmutzig waren. Allerdings wurden Walzer und Stehblues ausschließlich zur Aufrechterhaltung der Arbeitsmoral in den Kolchoseclubs geduldet. Und Tänze wie Rumba oder Cha-Cha-Cha waren nur als sportliche Disziplin unter strenger Aufsicht der Trainer erlaubt. Selbst der Rock’n’Roll wurde normiert: Der Abstand zwischen den Tänzern sollte nicht kleiner als 68 cm sein, der zwischen den eigenen Beinen mindestens 18 cm groß. So erklärt es sich, dass all die sowjetischen Eltern den gleichen Tanzstil haben: Frauen tanzen mit zusammengepressten Knien und nach oben gebeugten Armen eine Art Polka-Schimmy. Und die Männer performen spastische Kasatschok-Interpretationen. Intensiver Körperkontakt zeuge von kapitalistischer Dekadenz und abartigen Sexualnormen, erklärte der Schulparteisekretär, als er uns fürs Lamabada-Tanzen von den Jungpionieren ausschloss.

Endlich im Wilden Westen angekommen, frönen wir dem Dirty Dancing mit viel Körperkontakt zu heißen, smoothen Rhythmen. Von Brass zu Bass. Diesmal aufgelegt von unserem spanischen Gast DJ Gypsy Box und natürlich den moralisch verkommenen Kompottniks.

© KOMPOTT
<>
 
 
© 2003-2016 kompott, Webdesign und Programmierung picturefriend.com