Kompott Party

Sa. 03.12.2011 Kompott präs.: Tusovka Party mit Yuriy Gurzhy („Russendisko“RotFront/ Berlin)

Ein alter sowjetischer Witz lautet: „Ein Russe – ein Alkoholproblem, zwei Russen – eine Schlägerei, drei Russen – eine Parteizelle.“ Bei vier Russen aber wird es unübersichtlich: In Ausland spricht man dann von der Russenmafia, in unserer Heimat von „Tusovka“. Auch die Übersetzung von „Tusovka“ ist unübersichtlich: eine Clique; ein Treffen der informellen Jugendorganisation (kurz: Andersdenkenden); zielloses Abhängen oder eine Party. Klassische Tusovka fand spontan statt, ohne Facebook-EInladungen, SMS oder Rundmails und oft genug auch ohne Grund – den konnte man sich dazudichten, ein Geburtstag, ein Namens- oder Berufstag gab es zur Not immer. Auch der Ort wurde spontan gewählt – Küche der Kommunalwohnung, Datscha der Verwandten, Sauna der Bekannten oder, wenn wie so oft nichts davon zugänglich war, gerne auch die Natur, unabhängig von Jahreszeit. Alles wurde geshared – die Schaschlyks, das Selbstgebrannte, die Kinderbetreuung und manchmal auch Kinderbeschaffung. Und vor allem die Musik –meistens auch selbstgebrannt - in deb 60er auf den auf alten Röntgenaufnamen, den 70ern auf Tonbändern, den 80ern auf Kassetten und jederzeit live auf Gitarre. Oh wie schrecklich-schön! In Dezember erwartet euch ein klarer Fall von Tusovka, denn die drei Russen von Kompott bekommen ein Besuch von dem Hauptstadtrussen, der „Russendisko“-Hälfte, dem Rotfront-Mann, Godfather der russischen Musik in Deutschland, Vorbild und Freund Yuri Gurzhy. Mit seinem „Selbstgebrannten“ aus vier Jahrzehnten cooler russischer Musik und ohne Alkohol. Damit hat er nach Jahren von Tusovkas aufgehört...

Foto Dmitry Shakhin

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